Selbstschädigendes Verhalten - Selbstverletzendes Verhalten
Das Hauptmerkmal der Borderliner nach außen ist meist das
selbstschädigende oder selbstverletzende Verhalten. Dieses
Verhalten beschreibt das gegen sich selbst gerichtete Zufügen
von Verletzungen und Beschädigungen des Körpers.
Dabei gibt es verschiedene Varianten, die besonders häufig
vorkommen:
* Typisch sind Schnitte durch Messer, Scherben, Rasierklingen
oder andere scharfe Gegenstände. Dabei reicht die Tiefe der
Wunden von "nur" oberflächlich bis zu wirklich tief.
* Zufügen von Wunden durch Kratzen bzw. das immer wieder von
neuem Aufkratzen alter Wunden
* Fingernägel abreißen oder abbeißen bis zum Nagelbett
* Das Ausreißen der Haare am Körper
* Das Schlagen mit dem Kopf an Wände oder auf Tische
* Das Schlucken von Medikamenten oder auch Chemikalien, wie z.B.
Spülmittel
* Auspowern des Körpers durch Sport bis zur totalen Kraftlosigkeit
* Hungern bis zum Zusammenbruch
* Sich selbst schlagen
Es werden also dem Körper absichtlich Wunden oder andere Schädigungen
zugefügt.
Was kann ich tun, wenn mir ein solches selbstschädigendes
Verhalten nicht fremd ist?
Also zuerst natürlich: Zum Arzt! Der kann entscheiden, ob,
und wenn ja, welche Therapie angebracht ist.
Eine solche Therapie kann helfen zu lernen, woher dieses Verhalten
kommt, was es auslöst, und mit Gefühlen wie Wut und Hass
oder auch andere Gefühle umzugehen, so daß der Druck
in sich nicht zu groß wird und das selbstverletzende Verhalten
nicht ausgelöst wird.
Möglich ist auch das Erlernen von Entspannungstechniken und
auch anderen Techniken, die es erleichtern, dem Druck standzuhalten
bzw. gar nicht erst zu groß werden zu lassen.
Genannt sei hier die Progressive Entspannungstechnik nach Jakobson,
autogenes Training, manchmal reicht aber auch ein schönes warmes
Wohlfühlbad oder gar ein Spaziergang. In manchen Fällen
reicht es auch, sich einfach abzulenken durch Telefonieren, Hausarbeit
oder sonstwas.
Wenn es dann doch kritisch wird, gibt es die Möglichkeit,
einen Krisendienst oder Seelsorger anzurufen.
Und zu guter Letzt sei noch erwähnt, daß es inzwischen
viele Selbsthilfegruppen von Borderlinern gibt, in denen man sich
mit ebenfalls an Borderline-Syndrom Erkrankten austauschen kann.
Oftmals hilft das Gefühl, verstanden zu werden und über
sich selbst reden zu können, wirklich weiter.
Also nur Mut, den Kopf nicht hängen lassen, es gibt viele
Möglichkeiten der Hilfe!
Weitere Informationen über das Borderline-Syndrom
auf gibt es hier
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